Verkehrsregeln auf der Alster

Die Seeschiffahrtsstraßenordnung ist nicht Gegenstand der Ruderordnung. Die wichtigsten Verkehrsregeln für Ruderer auf der Alster und ihren Seitenkanälen sind jedoch – sozusagen für den Hausgebrauch – im Folgenden zusammengefasst.

 

1. Grundregeln

Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich auf Gewässern so zu verhalten, dass niemand gefährdet, geschädigt oder mehr als nach gegebenen Umständen vermeidbar behindert oder belästigt wird. Für die Abwehr einer unmittelbar drohenden Gefahr müssen gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden, die von den nachfolgenden Vorschriften abweichen können.

 

2. Rechtsfahrgebot

Wie alle Wasserfahrzeuge haben auch Ruderboote nach Möglichkeit die (in Fahrtrichtung) rechte Seite ihres Fahrwassers einzunehmen. Ausnahmsweise darf auf der Außen- und Binnenalster entlang des West- und des Ostufers in beide Richtungen gefahren werden, wenn die Verkehrslage es erlaubt.

 

3. Ausweichpflicht

Die Berufsschifffahrt darf nicht behindert werden, lieber Abstand halten, klare Manöver fahren. Sport- und Ruderboote dürfen Fahrgastschiffe und Schleppzüge nicht behindern. Für Sportfahrzeuge (Ruderboote, Segelboote, Tretboote zum Beispiel) untereinander gilt die Ausweichregel "rechts vor links". Ausweichpflichtige Kleinfahrzeuge müssen sich rechtzeitig nach Steuerbord wenden oder, wenn dies nicht möglich ist, unmissver- ständlich anzeigen, wie sie ausweichen wollen. Für den Fall, dass ein anderes Fehrzeug seiner Ausweichpflicht nicht nachkommt, sollte sich die Möglichkeit offen gehalten werden, so zu manövrieren, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist, z.B. durch Verringern der Geschwindigkeit.

 

4. Begegnen und Kreuzen

Faustregel: »Rechts vor links.«

 

Begegnen sich zwei Wasserfahrzeuge auf exakt oder fast entgegengesetzen Kursen, müssen beide Boote nach Steuerbord ausweichen, sodass sie mit ihren Backbord-

seiten aneinander vorbeifahren. Für kreuzende Kurse gilt die Rechts-vor-links-Regel. Kreuzen sich die Kurse zweier Fahrzeuge, muss das links fahrende dem anderen die Vorfahrt gewähren, während das Boot an Steuerbord seinen Kurs fortsetzen muss.

 

5. Durchfahren von Engstellen

Faustregel: »Talfahrt vor Bergfahrt.«, gemeint ist "Von/zur Quelle". Aber Achtung: Sich nie darauf verlassen, dass der Andere die Regel kennt!

 

Bei Brücken mit mehreren Öffnungen ist jeweils die rechte zu wählen, gegebenenfalls kann auch die mittlere benutzt werden. Aber nie die linke! Auf Schifffahrtszeichen ist zu achten. Bei Begegnungen von Sportbooten an einer Engstelle, die nicht genug Raum für ein gleichzeitiges Durchfahren ermöglicht, hat dasjenige Boot Vorfahrt, das mit dem Strom fährt, also auf Talfahrt ist.

6. Überholen

Überholen ist nur erlaubt, wenn es die Umstände zulassen und dabei jegliche Gefährdung anderer ausgeschlossen ist. Grundsätzlich muss links überholt werden. An Alsterdampfern darf nur vorbeigefahren werden, wenn sie halten.

 

7. Queren von Wasserstraßen

Alle Fahrzeuge, auch Ruderboote, dürfen eine Wasserstraße nur überqueren, wenn sie sich vorher vergewissert haben, dass andere Fahrzeuge (auch Kleinfahrzeuge wie Kanus oder Tretboote) durch dieses Manöver nicht gefährdet oder zu einer abrupten Richtungs- oder Geschwindigkeitsänderung gezwungen werden.

 

9. Kollisionsverhütung

Ist ein Vorfahrtsberechtigter dem Ausweichpflichtigen so nahe gekommen, dass dieser nicht zur Vermeidung einer Kollision beitragen kann, so muss der Vorfahrtsberechtigte so manövrieren, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist (»Manöver des letzten Augenblicks«).

Vorfahrtsberechtigte, die in eine Kollision verwickelt sind und den Nachweis schuldigt bleiben, alle ihnen zu Gebote stehenden Möglichkeiten zur Vermeidung eines Unfalls ausgeschöpft zu haben, sehen sich dem Vorwurf einer Mitschuld ausgesetzt – mit entsprechenden rechtlichen Folgen. Unverzüglich nach einem Unfall ist zwischen allen Beteiligten ein Protokoll aufzusetzen. Im Zweifel WaschPo kontaktieren.

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Quelle: alsterwetter.de